Mal wieder: Tankgeber

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Moderator: Erich Leuschel

Micha BT7
Beiträge: 54
Registriert: 4. Jul 2021, 19:28

Mal wieder: Tankgeber

Beitrag von Micha BT7 »

Hallo zusammen,

mal wieder einige Fragen zum Tankgeber. Zum Start der Saison möchte ich die Dichtung des Tankgebers am Tank austauschen, da sie undicht geworden ist und zu einer unschönen Benzinlache im Ausschnitt des Tanks für den Geber geführt hat (warum auch sonst.. :D ). Bei dieser Gelegenheit möchte ich auch die Tankanzeige "verbessern". Bislang zeigte die Anzeige nämlich voll an, bis der Tank halb leer war. Danach war sie relativ genau und hat also von ca. halb leer bis fast leer vernünftig und ohne ruckeln angezeigt. Ist ja nicht weiter schlimm, da ich eh nur nach Tageskilometerzähler tanke, aber wenn ich schon dabei bin, kann man sich hier auch an einer Vebesserung versuchen. Ich habe bereits probehalber den Tankgeber ausgebaut. Der Schwimmer scheint zu funktionieren - sprich es ist kein Benzin darin und er schwimmt "oben". Entsprechend des älteren Threads aus dem Jahr 2021 habe ich dann den Test mit dem Kabel des Tankgebers durchgeführt. Das Instrument arbeitet völlig problemlos. Ohne Masse zeigt es voll an, und wenn man das Kabel an Masse hält zeigt es sofort leer an. Am Instrument liegt es also nicht. Danach habe ich ein zustätzliches Kabel von einer Befestigungsschraube des Gebers an die Karossierie geführt, da der Tank ja manchmal eine schlechte Verbindung zur Karossierie hat. Im Tank fehlen aktuell ca. 6 Liter bis voll, so dass eigentlich das Intstrument etwas zwischen voll und 3/4 voll anzeigen müsste. Macht es jedoch nicht, die Tankanzeige zeigt weitern absolut voll an (also am Anschlag). Zusätzlich ist mir aufgefallen, dass der Tankgeber um 180 Grad falsch herum montiert war, also Kabelanschluss in Fahrtrichtung (vorne) und Tankgeberschwimmer zeigt im Tank nach hinten. Ich habe dann alles um 180 Grad versetzt (Kabelanschluss nach hinten und Schwimmer zeigt nach vorne) und nochmal getest. Die Tankanzeige zeigt immer noch absolut voll an, also keine Besserung.
Tankgeber.jpg
Tankgeber.jpg (156.81 KiB) 10204 mal betrachtet
Bevor ich jetzt einen neuen (und dem original entsprechenden, teuren) Tankgeber kaufe:
1. Hat hier jemand noch eine Idee bzw. mache ich etwas falsch bei der Anordnung? Ggf. ist noch zuviel Benzin im Tank, um eine geringere Anzeige "auszulösen"?
2. In welche Richtung wird der Tankgeber eingesetzt? Ist es auf dem Foto jetzt richtig (Foto wurde von hinten stehen in den Kofferraum gemacht, Anschluss Kabel zeigt Richtung Heck)?

Vielen Dank im Voraus!

Viele Grüße

Michael
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Josef Eckert
Beiträge: 513
Registriert: 10. Jun 2019, 19:37

Re: Mal wieder: Tankgeber

Beitrag von Josef Eckert »

Hallo Michael,
ich versuche mal Deine Fragen zu beantworten. Zuerst das Einfache. Der Tankgeberarm sollte nach vorne schwingen. So ist dann der Tankgeber einzubauen.
Aber ausprobieren. Ich habe auch schon gehört, dass der Arm zu lang war und an der vorderen Wand angestoßen ist.
Das Instrument sollte bei 0 Ohm Widerstand des Tankgebers leer anzeigen, bei 80 Ohm voll.
Das kannst Dzu ja mal mit einem Ohmmeter messen.
Ich glaube aber es gibt kaum einen großen Austin-Healey bei dem die Tankanzeige in allen Bereichen ausreichend genau anzeigt. Ich finde es schon gut, wenn die Anzeige bei wenig Benzin im Tank halbwegs genau anzeigt. Meistens schlägt die Anzeige dann aber konstruktionsbedingt beim Fahren aus wie ein Wackelschwanz, weil sie ohne Dämpfung das Schwallen im Tank mitmacht.
Dann hat der Austin-Healey ein denkbar ungünstiges Tankformat. Dadurch dass der Tank sehr flach ist, ist der Weg für den Schwimmer des Tankgebers sehr kurz und damit ist die Genauigkeit ziemlich schlecht.
Freunde von mir haben immer einen mit Literangaben markierten Holzstock dabei, um die Benzinhöhe im Tank und damit den Tankinhalt zu messen (Wird dann über den Einfüllstutzen eingesteckt bis zum Tankboden). Ich glaube es ist schon sehr gut, wenn die Tankanzeige bei leerwerdendem Tank einigermaßen das anzeigt was im Tank noch an Benzin ist. Dass die Tankanzeige erst anfängt bei 3/4tel vollem Tan von der Vollanzeige zurückzugehen ist für mich normal und ist das halt so und ich kann damit leben.
Also, ich würde bei Deinem Wagen alles so lassen wie es ist und nicht herumexperimentieren und nur die Undichtigkeit beheben. Ich nehme da immer Hylomar auf die Korkdichtung und unter die Halteschrauben eine kleine Fiberscheibe zur Abdichtung, bzw. das Gewinde auch mit Hylomar einschmieren.
Gruß
Josef
Some think they know, I prefer those who know to think ( Sir Leonard Lord )
Micha BT7
Beiträge: 54
Registriert: 4. Jul 2021, 19:28

Re: Mal wieder: Tankgeber

Beitrag von Micha BT7 »

Hallo Josef,

vielen Dank für die Infos und die Tipps. Ich werde dann mal den Tank in den nächsten Wochen (hoffentlich passt das Wetter) leerer fahren um vor dem endgültigen Einbau der Dichtung die für die Anzeige besser passende Position des Tankgebers testen. Hylomar hab ich mir schon besorgt :)
Tatsächlich war die Anzeige bislang ab halbvollem Tank und weniger ziemlich genau und war beim Tageskilometerstand 450 seit der letzten Tankfüllung auf fast leer. Hat also immer gepasst!

Viele Grüße Michael
Micha BT7
Beiträge: 54
Registriert: 4. Jul 2021, 19:28

Re: Mal wieder: Tankgeber

Beitrag von Micha BT7 »

Hallo zusammen,

ich wollte noch eine Rückmeldung geben nachdem das Wetter wieder arbeitsfähige Temperaturen erreicht hat. Ich habe den Tankgeber jetzt richtig herum und ohne Zusatzkabel eingebaut. Es gab anzeigemäßig mit und ohne Kabel keinen Unterschied und auch von der Einbaurichtung her gab es keine Unterschiede bei der Anzeige im Instrument. Richtig herum eingebaut hat der Zeiger lediglich etwas mehr Bewegung durch das "Schwappen" des Benzins. Der Zeiger bleibt bei allen Einbauvarianten zwischen tatsächlich vollem Tank und 60% auf der Anzeige "voll" stehen, um danach sich langsam auf die richtige Anzeige einzupendeln. Bei exakt Viertel voll auf dem Instrument habe ich heute voll getankt. Es waren noch 13,5 Liter im Tank übrig, so dass die Anzeige in diesem Bereich sehr exakt läuft. Passt sehr gut für mich.

Etwas spannend bleibt es noch bei der Abdichtung. Habe jetzt eine Vitton-Dichtung statt der Korkdichtung genommen und zunächst auf Hylomar verzichtet. Bislang ist es trocken, aber ich beobachte es weiter und justiere ggf. mit Hylomar nach.

Vielen Dank an Josef für die Tipps!

Viele Grüße Michael
ingo333
Beiträge: 14
Registriert: 28. Jun 2022, 18:41

Re: Mal wieder: Tankgeber

Beitrag von ingo333 »

Mich hat das Geflatter der Tankanzeige immer genervt. Jetzt habe ich einen 1 Farad Kondensator zwischen Tankgeber Poti Ausgang und Masse geschaltet. Nun zappelt der nicht mehr. Ich fahre einen MK3000. VG Ingo
wedgev8
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Re: Mal wieder: Tankgeber

Beitrag von wedgev8 »

Das hört sich interessant an. Wie bist du auf 1 Farad gekommen?
Irgendwie berechnet oder einfach mehrere Werte ausprobiert?
frank77
Beiträge: 9
Registriert: 28. Sep 2023, 19:13

Re: Mal wieder: Tankgeber

Beitrag von frank77 »

Hallo Ingo
Ein Kondensator mit 1 Farad wäre extrem groß.
Bist du da sicher ?

Viele Grüße
Frank
wedgev8
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Registriert: 29. Sep 2021, 20:15
Wohnort: Kerpen

Re: Mal wieder: Tankgeber

Beitrag von wedgev8 »

...extrem groß muss der gar nicht sein. bis 10V gibts ein Farad schon im 10mm Bereich.
Bei höherer Spannung kann das aber auch schon Coladosen Größe sein.
frank77
Beiträge: 9
Registriert: 28. Sep 2023, 19:13

Re: Mal wieder: Tankgeber

Beitrag von frank77 »

Habt ihr eventuell einen Beispieltyp oder ein Foto ?
Wenn ich bei Conrad, Reichelt usw. nach Superkondensatoren suche, dann finde ich nichts über 6V.

Viele Grüße
Frank
ingo333
Beiträge: 14
Registriert: 28. Jun 2022, 18:41

Re: Mal wieder: Tankgeber

Beitrag von ingo333 »

NIch habe zwei 1 Farad Kondensatoren mit je 5,5V in Reihe geschaltet. Die Kapazität habe ich berechnet. Diese hängt von der Stromstärke, Zeit und Spannung ab. Bei meinem Fahrzeug war die Schwankung eklatant groß. Man kann daher auch kleinere Kapazitäten einsetzen wie 0,47 Farad. VG Ingo
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